Dienstag, 4. September 2012

Sommer, Sonne, Sonnenbrand - Trip to Busan 부산


Sommer, Sonne, Sonnenbrand - Trip to Busan 부산


(suh) Kultur, Essen, Trinken, Feiern, Kultur, Essen, Trinken, Feiern, Kultur, Ess... Nachdem wir die letzten Tage förmlich gemästet wurden, wir alle traditionellen Sitten und Riten zum Äußersten getrieben haben und wir zudem noch schön Modell gestanden haben für das koreanische Fernsehen, schien uns wirklich eine Pause nötig. Also rein in den Zug und auf an den Strand nach Busan!
Keine anderthalb Stunden braucht es, um Busan an der Südküste Koreas zu erreichen. Während Einheimische Daegu wohl eher als eine Art Provinz bezeichnen, ist Busan mit seinen 3,6 Millionen Einwohnern durchaus eine echte Großstadt und macht daher nicht ohne Grund der Hauptstadt Seoul Konkurrenz. Allein der Weg von Downtown bis zum berühmten Strand Haeundae und der wohl schönsten Skyline Koreas benötigt fast ganze 45min. Auch preislich lässt sich leicht feststellen, dass man Busan ein beliebtes touristisches Ziel ist. So hoch die Koreaner also auch ihre konfuziunistische Tradition halten und auf respektvolles Verhalten achten, wenn es ums Geld geht, sind auch diese hier zweitrangig. Man muss daher ein wenig aufpassen, leicht wird man als Westlicher mit Verständigungsproblemen um sein Geld gebracht. Ok, zugegeben Lucas und ich mögen uns vielleicht auch nicht gerade intelligent angestellt haben, als wir ca. 12 Euro für 2 Äpfel und 2 Pfirsiche zahlten. Aber dafür waren es wirklich die besten Pfirsiche, die wir jeeee gegessen hatten! Wirklich! 
In Busan tummeln sicher somit so einige Touris, die definitiv nicht nur wegen ihren phänotypischen Merkmalen aus der Menge herausstechen. Während die Koreaner die Sonne fürchten wie den Teufel und doch mehr bekleidet als entkleidet sich an den Strand oder überhaupt in die Sonne wagen, bringt der gemeine Westliche alles an nackter Haut zum Vorschein, was die generelle westliche Badebekleidungsordnung unter koreanischer Aufsicht zulässt. Natürlich ist das ein wenig überspitzt dargestellt, auch hier trägt man durchaus Bikini und Co. Doch nicht selten verhüllt man gerne ein wenig mehr mit einem Strandtuch, Shorts und Shirt. Wobei es sich einige aber nicht nehmen lassen, völlig bekleidet ins frische Nass zu springen, einschließlich großem Sonnenhut.
Bisher blieb es noch unerwähnt und ich sollte mich wohl wirklich dafür schämen, aber während meiner Zeit hier, mache ich mir einen Spaß daraus, "übergewichtige" Koreaner zu zählen. Ja,  das mag nun wirklich nicht ganz nett sein, aber es tröstet doch ein wenig die von der koreanischen Zerosize angekratzen Seele. Und irgendwie muss es doch einmal gesagt werden, denn für das weibliche Geschlecht kann Korea durchaus eine kleine Herausforderung darstellen! Während man sich sonst einreden kann, dass es superskinny und superthin nur im Magazinen gibt, begegnet einem hier das eigene schlechte Gewissen bei fast jeder Person, die einem ins Blickfeld huscht. Wer sein nettes Hüftgold also nicht so innig liebt, wie die koreanische Restaurant- und Trinkkultur, muss sich vor letzterem wirklich hüten! Das betrifft allerdings nur uns Europäer, denn Koreaner scheinen offenbar immun gegen kleinere Schutzpölsterchen zu sein. Sie scheinen es zu sein! Busan allerdings präsentiert sicher eher in nervenberuhigender "bekannt westlicher" Form. Das lässt vermuten, dass die frittierten Köstlichkeiten und zuckersüßen Snacks und Shakes, die man an hier jeder Ecke findet, auch die Koreaner nicht ganz unberührt lassen. Damit senkt Busan das Frustrationspotential gleich in mehrfacher Weise: Ein schöner Strand, ein atemberaubende Skyline, ein wundervolle Landschaft, koreanische Delikatessen soweit das Auge reicht und der beruhigende Blick zum Liege nebenan, der bestätigt: Auch hier bleibt man von den Folgen der Völlerei nicht gänzlich verschont.

Busan bei Nacht am berühmten Haeundae Beach.
Die Diamond Bridge ist angeblich 7km lang. Überqueren darf man sie leider nur mit einem Automobil. Dafür ist sie aber von außen bei Nacht sehr hübsch anzuschauen.
Tagsüber wird natürlich auch in Busan gearbeitet. An jeder Ecke findet man eigentlich große Bottiche oder riesige Aquarien voll frischen Fisch. Hier wird wohl der Fischfang von der lieben Omi gewässert.









Nicht unweit vom Strand entfernt findet man kleine Fischerboote und kann die Einheimischen beim Arbeiten beobachten.
Wir wollten ja eigentlich nur mal so ein bisschen rumlaufen und uns die Gegend anschauen. Aber wie man sieht: We got lost!
Das ist irgendwo in mitten der Fauna und Flora Busans.
Das Umherirren hat sich allerdings gelohnt. Seht euch diesen Ausblick an!

An dieser Stelle sei doch auch einmal die koreanische Wanderkultur erwähnt, womit sie offenbar ihre Restaurantkultur kompensieren. Es war verdammt heiß an diesem Tag, doch die Koreaner besteigen auch hier nur den Berg in kompletter Ausstattung. Mit Hut, langen Hosen, Halstuch, Sonnenbrille, Mundschutz, Handschuhen (!!!) und Armstulpen. Lucas und ich sind fast gestorben beim Erklimmen des Berges und das Wasser lief uns nur so runter. Ich habe echt keine Ahnung wie die Koreaner das machen. Aber immerhin hatten wir uns ein wenig Bewunderung erklettert, als wir den Gipfel des Berges erreichten.


Wie gesagt, wir waren recht fertig, als wir oben angekommen sind. Ich denke, das sieht man uns auch an. Doch der Euphorie den Klimax erreicht zu haben, mussten wir schließlich doch irgendwie Ausdruck geben. 


Das war auf dem Weg zurück zum Hostel. Ich weiß eigentlich nicht, weshalb Lucas hier den Kopf auf einmal so hängen lässt..


Der Jagalchi Fish Market ist wohl der größte  Fischmarkt in Korea. Fisch soweit das Auge reicht! Allerdings lässt die Nase kaum vermuten, dass es sich hier um einen Markt mit tausenden von Meerestieren handelt, aber schließlich schwimmt hier auch ein jeder Fisch noch freudig umher, bevor man sich ihn aussucht, um ihn dann anschließend nach nach koreanischer Art roh oder leicht gebraten zu verzehren.
Natürlich gibt es hier nicht nur Fisch, sondern eben alles was sich an essbaren im Meer so findet. Dazu gehören natürlich Muscheln, Schnecken, Krebse und Krabben alle Größen und Formen, Seetang und eben auch diese eigenartigen Würmer. Bisher konnte wir leider noch nicht ausmachen, wie man sie nennt und was sie eigentlich wirklich sind. Wie sie schmecken wissen wir allerdings auch nicht. Sie sehen aus, als würden sie permanent irgendetwas verdauen. Wir waren schließlich nicht mutig genug sie zu probieren.

Na, welcher darf es denn sein? Wir haben uns dann für den ganz unten links entschieden, der hat so lieb geschaut.. ;)

In Wirklichkeit haben wir uns dann aber diese leckere koreanische Köstlichkeit gegönnt. Man nennt sie nakji bokkeum. Ein kleiner Babyoktopus wird in Stücke geschnitten und schließlich roh verzehrt. Man muss ein wenig aufpassen, denn die Tentakeln saugen sich durchaus mal an der Zunge fest. Auch wenn das hier übrigens so aussieht, als würde der Octopus noch leben, ist das natürlich nicht der Fall. Wie jeder aus dem Biounterricht weiß, handelt es sich hierbei nur noch im Muskelkontraktionen.
Angeblich soll es auch üblich sein, den Oktopus im Ganzen zu essen. Das heißt, man bekommt ihn lebend serviert und man darf dann selbst zusehen, wie man damit fertig wird. Angeblich sterben jährlich 3 Menschen davon, weil sich der Oktopus aus Angst um sein Leben auf den Weg in den tödlichen Magen des Konsumenten noch versucht im Hals Halt zu gewinnen.

Das ist übrigens unser Hostel: Chan's House.
Wir sind also 8600 km gereist um die fernöstliche Kultur kennen zu lernen und Korea zu bereisen um schließlich in einem indischen Hostel eines koreanischen Aussteigers zu landen. Nett und sehr komfortabel war es aber auf alle Fälle. Besonders werden wir die Musik vermissen, die uns jedes mal mit "Hare Krishna, Hare Krishna.." beschallte, sobald man das Bad betrat. 

(lk) 11:23 - Susan hat eben ihr inneres Selbst in der indischen Musik gefunden. Dafür kommt man doch gerne mal nach Südkorea.   
(lk) Haeundae Beach. Der Strand ist  Schauplatz eines koreanischen Katastrophenfilms - Monsterwelle kommt nach Busan und am Ende überlebt nur noch einen geringe Anzahl der Strandbevölkerung. Tragisch aber gerecht. 

(suh) Selten habe ich so viele gelbe Gummireifen auf einen Haufen gesehen. So wahre Schwimmer sind die Koreaner anscheinend nicht. Man hängt sich lieber gemeinsam in einen netten gelben Reifen und lässt sich den ganzen Tag lang ein wenig treiben. Und wenn eine Welle kommt, rufen alle gemeinsam "Huuuuiiiiii....!!!".
(lk) Downtown bei Nacht. Im Kopf muss man noch laute Popmusik hinzufügen, die von überall herkommt und sehr, sehr viele Menschen. Ein vom Leben überquellendes Rechteck von Straßenzügen.


Alles ist bunt, laut und blinkt, um Peter Fox zu zitieren. 



Die Schriftzeichen in der linken oberen Ecke des rechten Bildes lesen sich wie folgt: "P A U L/R L/R A N O/E". Das ist die Übertragung unseres "Paulaner"-Weißbiers in das Alphabet der Koreaner, des Hangeul. Hangeul besteht aus weniger als 30 Zeichen, die wie unser Alphabet bestimmte Laute repräsentieren. Da es sich beim Hangeul aber um ein "künstlich", soll heißen auf königlichen Befehl erstelltes Alphabet handelt, ist der Aufbau sehr einfach und viel logischer, als unsere lateinischen Buchstaben. Es ist innerhalb eines Tages erlernbar, dann weiß man zwar immer noch nicht, was die Worte bedeuten, aber man kann immerhin lesen. Ein wahnsinniger Vorteil gegenüber dem Chinesischen oder dem Japanischen mit den berühmten Schriftzeichen.



Paulaner ist hier übrigens eine Rarität - wie sollte es auch anders sein - und sehr teuer. 


Ein buddhistischer Tempel, ein Stück westlich von Busan. Da wir bisher wenig bis überhaupt nichts über den Buddhismus wissen, ersparen wir euch fehlerhafte Kommentare. 

Lächeln!






Ich mag nicht mehr! - Oder war der Wind zu stark? Als wir von Busan aus wieder den Zug nach Daegu nahmen, zog gerade ein Taifun an der Westküste Koreas vorbei. Die liegt von Busan zwar 250km entfernt, windig wurde es in Busan an diesem Tag aber trotzdem.




Freitag, 31. August 2012

Trinkkultur - Hedonismus I

(lk) Der „Gateway to SPEAKING KOREAN“ sagt uns auf Seite 119 (korrekte Zitation lassen wir mal), wie man auf Koreanisch ein Bier ordert. Siehe Bild! Der fotografierte Satz ist sicher korrekt, ich würde in dieser Situation aber eher „Mäg(k)tschu josäio“ sagen - wörtlich übersetzt einfach „Bier bitte“. Wie dem auch sei, geht es um Alkohol, dann ist ein anderer Satz eigentlich viel wichtiger: „Soju josäio“ – „Korea-Vodka bitte.“ Darf man den Zahlen der WHO von 2011 Glauben schenken, dann trinken die Südkoreaner schlichtweg den meisten Schnaps weltweit. Richtiger ausgedrückt: Die nur durch Spirituosen konsumierte Menge reinen Alkohols ist bei ihnen mit ca. 9,6 Liter pro Jahr und Person (Erwachsene, bzw. ab 15 Jahren) die höchste der Welt. Danach kommen die Esten mit ca. 9,2 Liter, Deutschland begnügt sich mit 2,3 Litern. Wenn es um den reinen Alkohol geht, dann trinken die Südkoreaner also viermal mehr Schnaps als die Deutschen. Hier mag man einwenden, dass wir dafür eben mehr Bier, die Franzosen vielleicht mehr Wein trinken. Sicher, aber geht es um den insgesamt durch Bier, Wein und Spirituosen konsumierten Alkohol, belegen die Südkoreaner auch immerhin noch den 13. Platz. Deutschland reiht sich hierbei auf Platz 23 ein, weltweit führend in Prä-Leberzirose sind gemäß den Zahlen der WHO von 2011 die Moldawier. 


(Wo genau lag das nochmal…) (Quelle: http://kurzer-url.ch/0wavo2)

Zahlen hin oder her, trifft man auch die Wirklichkeit an, die sie abbilden? Trinken die Koreaner im Durchschnitt und gerade auch beim Schnaps viel mehr als zum Beispiel die Deutschen? Ja.
Soju ist hier Bestandteil fast jeden Alkoholkonsums – zumindest - wie wir es bisher erlebt haben. Und Alkoholkonsum wiederum ist fester Bestandteil des gemeinsamen Essengehens und generell des gemeinsamen Weggehens. Soju – vielleicht erinnert ihr euch noch, wir hatten bereits ein Bild hochgeladen, schmeckt wie Vodka und hat etwa 20%. Das ist auf den ersten Blick nicht unmenschlich alkoholisch, aber die Menge macht’s. Trifft sich eine Gruppe junger Koreaner etwa um 20 Uhr, um in ein Restaurant zu gehen, dann trinkt man Bier dazu. Aber schon ab der ersten Flasche reichert der listige Koreaner sein Helles zusätzlich mit Soju an, wodurch das Bier mehr oder weniger zur Trägersubstanz degradiert wird. Ein großer Schluck Soju wird ins Bier geschüttet und zwischendurch trinkt man natürlich auch mal gerne pur aus dem Schnapsglas. Und das eben ab 20 Uhr. Danach geht man vielleicht noch in eine Bar, danach in einen Club.  

Es soll jetzt hier aber kein falsches Bild von Korea entstehen, dieser Hedonismus wird nicht nur nach Sonnenuntergang betrieben. Die Tage haben wir in einem Restaurant zu Mittag gegessen. Uns gegenüber sitzen ein paar alte Männer, es ist 13 Uhr. Was trinken sie? Wasser und Bier mit Soju.
Verstärkt wird der Alkoholkonsum nochmal durch eine beeindruckende Gruppendynamik. Man schenkt sich selbst eigentlich nie Alkohol ein (es sei denn, es achtet sowieso niemand mehr auf Umgangsformen). Sehe ich hingegen das leere Glas meines Gegenübers, so schenke ich ihm nach, er macht das gleiche bei mir. Das bedeutet dann aber auch in der Fortführung, dass er mir einschenkt, damit ich mit ihm trinke. Mein Gegenüber, die Gruppe, bringt mich quasi zum Trinken. In Deutschland bestellt sich jeder selbst die nächste Runde und natürlich wir man von Freunden aufgefordert, doch noch ein Bier zu trinken. Das aber  ist etwas ganz anderes. Hier ist mein Gegenüber dafür verantwortlich, dass mein Becher immer gut gefüllt ist. Und dieser Verantwortung kommt man auch nach.


Gepaart mit der hiesigen Restaurantkultur leben manche Koreaner einen Hedonismus aus, der einen erstmal umhaut. Viel trinken und viel Essen und davon sehr viel. 



Restaurantkultur - Hedonismus II



(lk) In Korea ist es eher unüblich einfach mal in eine Bar zu gehen, ein, zwei Bier zu trinken und dann noch relativ nüchtern wieder zu gehen. Alkohol wird hier nicht in beschaulicher Runde genossen (siehe den vorherigen Eintrag). In dem Maße, in dem wir in Deutschland eine Kneipgenkultur haben, gibt es hier in Korea allerdings eine Restaurantkultur. Manche Straßen bestehen hier mehr oder weniger nur aus Restaurants. Und so ist es schon unter den Jugendlichen in Korea üblich sehr oft Essen zu gehen. Die Preise sind gerade für Europäer zwar nicht mehr so schmeichelhaft wie früher, aber immer noch billiger als zu Hause und sie scheinen auch für die Koreaner erschwinglich zu sein. In Daegu-Downtown wird bereits ab 4/5 Euro ein köstliches, nahrhaftes Mittagessen serviert. Wasser ist immer als Service mit inbegriffen, Reis kann in der Regel kostenlos nachgeordert werden. 

(lk) Selbst ist die Frau. Hier sind wir in einem Restaurant, in welchem sich der Gast sein Essen selbst macht. Serviert werden Streifen rohen Fleisches (oft Schwein), die man sich in einer Art Pfanne auf dem Tisch selbst zubereitet. 

Name des Gerichtes: 

Bulzip Samgyupsal

Freitag, 24. August 2012

Kulturprogramm all day long!
(suh) Anfangs hatte ich gedacht, es wäre ein Fehler gewesen, dass wir bereits zwei Wochen bevor die Uni anfängt angereist sind. Die letzten beiden Tage hat sich allerdings bewiesen, dass sich das definitiv ausgezahlt hat und keinesfalls eine dumme Idee war! Wir sind im Danim Backpacker Hotel und wie wir kürzlich erfahren haben, wird es wohl eine kleine Dokumentarsendung über das Hostel und Touristen in Südkorea geben im nationalen Fernsehen. Wen wollte man da wohl am liebsten dabei haben, als eine typisch bärtigen Deutschen mit dem sympathischen germanischen Akzent und ein fast klischeehaft aussehende Europäerin mit blonden Haaren! Unser Host hat uns daher inständig "gebeten" doch noch zwei weitere Tage zu bleiben, statt wie ursprünglich geplant bereits am Dienstag nach Busan abzureisen. Eigentlich hatten wir ja bereits das Hostel gebucht, aber unser Host James wich uns wirklich, und ich meine das Wort wörtlich, nicht von der Seite, bis wir ihm versprochen hatten zu bleiben, sofern eine Umbuchung möglich ist. Kurzer Hand rief er in Busan an und arrangierte unsere Pläne damit einfach um. Anzumerken sei an dieser Stelle noch, dass James leider nur gebrochen Englisch spricht. Naja, um ehrlich zu sein, er beschränke sich eher auf die folgenden drei Worte: "Stay" "MBC" "Video". Der Rest musste von uns dann irgendwie ergänzt werden durch Nachfragen und Raten. Wir hatten also keine Wahl und sind geblieben. Doch es hat sich gelohnt, denn so haben wir das komplette Kulturprogramm bekommen und das im Prinzip umsonst. Ohne Danim Backpackers hätten wir all diese Sachen wohl nicht machen können, oder hätten sie wohl erst am Ende unserer Reise entdeckt. So können wir bereits schon jetzt von uns behaupten, dass wir die landestypischen Gesellschaftsspiele kennen, sowie auch an einer traditionellen Teezeremonie im koreanischen Gewand teilgenommen haben. Und wer weiß, vielleicht werden wir ja noch berühmt in Südkorea - die kleine Blonde und der bärtige Deutsche.. ;)


(suh) Die typische traditionelle Kleidung findet seinen Ursprung bei den Mongolen. Ich persönlich finde, sie steht Lucas sehr gut. Er hätte wohl zu früherer Zeit großes heiratsfähiges Potential gehabt. 


(suh) Auch ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen, einmal in die koreanische Kleidung zu schlüpfen. Das Kleid, das knapp über der Brust gebunden wird, ist für mich allerdings eher wie ein großer Ballon. Darüber trägt man eine Art Bolero und eine einseitig gebundene Schleife. Ich habe es zwar noch nicht genau erforscht, aber wie die Schaufenster es vermuten lassen, werden solche Kleider wohl auch heute noch zur Hochzeit getragen.


(suh) Wie auch zur Kleideranprobe befinden wir uns hier im historischen Medizinmuseum. Daher durfte natürlich ein nettes Fußbad mit Massage nicht fehlen. Ziemlich heiß war das Wasser allerdings (45°). Den Kameramann hat es allerdings gefreut. Jetzt kann man in Südkorea schon bald eine Susan mit vor Schmerz verzerrten Gesicht sehen.



(suh) Ja ich weiß, inzwischen muss man sich wohl fragen, was das ganze mit dem Essen immerzu soll. Schließlich weiß ja jeder, dass man da eben mit metallenen Stäbchen ist und prinzipiell eben ein koreanisches Mittagsmenü wohl kaum ein schönes fränkisches Schäufele ist. Aber hier seht ihr wenigstens mal James, im gelben Shirt und mit Brille. Auch wenn er hier recht niedlich drein schaut, ganz so zuckersüß war er allerdings nicht, als er uns gebeten hat länger zu bleiben.
Allerdings kann ich hier auch noch einmal die Gelegenheit nutzen, um nicht nur vom Essen zu schwärmen, sondern insbesondere auch von der Esskultur. Zum einen isst man eigentlich immer zusammen, alles andere wird eher ein wenig schräg angesehen. Teilen wird bei so vielen Beilagen natürlich groß geschrieben. Wie sollte es auch anderes sein? So viel essen kann man ja wohl kaum alleine verschlingen! Merkwürdig ist allerdings, dass die Koreaner ständig essen. Die letzten Tage hatte ich wohl bis zu 5 Mahlzeiten am Tag. Mal schauen, wie lange das meine Jeans noch mitmachen wird..

(suh) Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was Lucas hier versucht zu demonstrieren. Vielleicht will er intelligent aussehen? Ich kann es leider nicht sagen, das koreanische Gewand schmeichelt jedenfalls nicht gerade seiner Figur.

(lk) Irgendwie farbige Säcke, aber naja..


(suh) Traditionelle koreanische Teezeremonie. 
Ich meine, schon mal entspannter ausgesehen zu haben..

(suh) Im Anschluss der Teezeremonie wird natürlich noch gespielt. Es ist ähnlich "Mensch, ärgere dich nicht" Wer will kann ja mal einen kleinen Blick reinwerfen.


 (suh) Auch in den Genuss koreanischer Musik durften wir kommen. Dass ist offensichtlich eine Flöte. Anderes Land, andere Klänge. Doch die Musik verbindet eben über alle Grenzen hinweg.


(suh) Lucas war so nett, für euch das komplette Programm aufzunehmen. Wer also neugierig ist, eine Art koreanisches "Cembalo" zu hören, genannt Kayagum, sollte entweder ein wenig Zeit mitbringen oder das machen, was Luci vergessen hat zu machen: Cut it short!


(suh) An dieser Stelle mag ich mal unser Hostel wärmstens empfehlen. Es ist wirklich ultracool, mega gechillt und man trifft alle Leute von überall her. Eigentlich ist es eher wie eine WG. Und so fühlt man sich auch, wie zu Hause bei Freunden und daheim in der ganzen Welt. http://www.facebook.com/Daeguhostel


(suh) Und ganz zum Schluss, und das ist insbesondere für meine zwei Herzblätter Franzi und Anna von zu Hause, eine kleine Hip-Hop-Einlage. Toka (Japaner) hatte Geburtstag und in Korea ist es üblich, nachdem man auf den Ehrentag angestoßen hat, als Geburtstagskind zu tanzen oder zu singen. Da, wo er herkommt, ist es üblich auch einfach mal so auf der Straße abzugehen und sich vom Rhythmus der Music treiben zu lassen. Ganz klar also, wofür er sich entschieden hat. Enjoy! 


Donnerstag, 23. August 2012

Fortsetzung: Exploring Daegu
(suh) Seit fast einer Woche sind wir nun schon hier und erleben täglich so viel neues, dass wir kaum hinterherkommen über alles zu berichten. 
Vor zwei Tagen haben wir es nun doch nun endlich mal geschafft uns die Keimyung University anzuschauen, wo wir also demnächst ein halbes Jahr ganz strebsam studieren werden. Die Uni ist zwar ein wenig außerhalb von der Stadt, dafür aber in mitten der Berge gelegen, so dass der herrliche Anblick das leicht vertröstet. Auch unseren Chef des Austauschprogramms haben wir inzwischen kennengelernt. Amüsanterweise dürfen wir uns bei ihm melden, sei das Problem auch noch so groß oder klein. Ganz klar also wen wir anrufen werden, wenn uns die nächsten Tage das Geld mal ausgeht, weil wir hier ganz leicht in den Konsumwahn verfallen. Das betrifft zumindest derzeit das Essen, denn es vergeht im Prinzip kein Tag, an dem wir bisher nicht etwas neues probiert haben.
Genug von dem allgemeinen Gerede. Hier die nächsten Bilder.


Das ist das Gastgeschenk, dass ich von Sora erhalten habe. Es ist offensichtlich traditionell, aber sie konnte mir leider nicht genau erklären, was es denn so wirklich ist. Allein, dass das Männchen pinkeln will, gab sie mir zu verstehen. Ich bin mir da aber nicht so recht sicher, ob sie da nicht etwas ein wenig missverstanden hat..

Nachtrag Lucas: ich war schwer davon ausgegangen, man hätte es hier mit etwas zu Essen zu tun

(lk) Jo, aha. Das da im Hintergrund sind die Wohnheime auf dem Campus der Keimyung Universität. Die Uni fast sowas wie eine kleinen Stadt, am Rande der Stadt gelegen und bereits im Grünen. 











(lk) Die Bibliothek im Hintergrund, davor irgendein Stein. Ganz oben, auf dem Stein sieht man vier chinesische Schriftzeichen. Koreanisch ist eine eigenen Sprache mit einem eigenen Alphabet, aber man sieht trotzdem noch einige chinesische Schriftzeichen. Beispielsweise über großen Gebäudeeingängen auf dem Campus. Chinesisch war in Korea immer die Sprache der Intellektuellen - ein chinesisches Schriftzeichen an einer Uni hier ist wohl daselbe wie eine lateinische Inschrift an einem Gebäude/Uni in Europa.

(lk) Abendessen. Die dämliche Peace-Finger-Geste wird uns aufgezwungen :-) Koreaner machen das wirklich ständig, es soll angeblich lächelnde Augen symbolisieren.


(suh) Ein Relikt früherer Zeit? Das ist hier leider öfters zu sehen. Beim Ausgang des Restaurants hat man sich das Toilettenpapier mitzunehmen und danach findet man sowas vor. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, wie ich finde..


(lk) Ein Grabmal eines Königs. Nicht sehr weit von Daegu entfernt befindet sich die Hauptstadt des ehemaligen koreanischen Königreiches Silla. Warum schreib ich das überhaupt, interessiert vermutlich eh keinen... :-)  



(lk) Grabmäler, Ausführung Hügelgrab


 (lk) Abendstimmung


(suh) Doesn't he look handsome? 30° und Lucas trägt ein weißes Hemd. Dafür sieht er allerdings sehr schick darin aus, als wäre er ein englischer Kolonialherr, der hier wieder mal die asiatische Kultur unterdrücken will. Wie typisch..


(suh) Die Umgebung dort ist einfach herrlich, es schaut aus wie im Paradies. Umringt von den grünen Bergen und einer himmlischen Parkanlage. Dazwischen ein riesiges Feld voller Blumen. Geradezu märchenhaft! Leider konnte das unsere Kamera nicht einfangen, aber manche Momente muss man eben einfach genießen, statt verzweifelt zu versuchen, sie festzuhalten.


(lk) Hoffentlich ist das jetzt das richtige Video: Was Sie hier sehen ist mein Versuch das Geräusch aufzunehmen, das die Zikaden machen. Das sind kleine Insekten - wohl den Grillen ähnlich - die in den Bäumen sitzen und plötzlich einen beeindruckenden Lärm  machen, dann aber wieder abrupt leise werden. 


(suh) Wie süß, 19 Tage sind sie jetzt schon bereits zusammen. Das kann nur ewige Zweisamkeit bedeuten! Gut, dass man den Schlüssel nur zum Verschließen braucht. Aber ich will nicht scherzen. Ein Beweis: Auch hier glaubt man an den ewigen Zauber der Liebe.